Softwarewartung – Arten, Vorteile & Prozesse

Die IT-Infrastruktur eines Unternehmens muss stets einwandfrei funktionieren, damit die reibungslosen Abläufe im täglichen Betrieb gewährleistet sind. Nicht zuletzt ist eine zuverlässige Software maßgeblich für jedes Unternehmen.

Um die ideale Funktionsfähigkeit der Software sicherzustellen, ist eine regelmäßige Softwarewartung erforderlich. Die Wartung dient nicht nur dazu, Fehler zu beheben, sondern kann gleichzeitig dazu genutzt werden, um Optimierungen vorzunehmen.

Was die Softwarewartung genau ist, warum die Softwarepflege so wichtig ist, welche Arten der Wartung es gibt, wie der Prozess abläuft und mit welchen Kosten man rechnen muss, erfahren Sie in diesem Beitrag.

smartworx Geschäftsführung Simon Brewig und Simon Rocholl

Definition: Softwarewartung

Der Begriff Softwarewartung stammt aus dem Software-Engineering und kann nicht eindeutig definiert werden.

Die bereits zurückgezogene Norm [IEEE 610.12-1990] nutzt folgende Definition für die Softwarewartung: „[…] die Veränderung eines Softwareprodukts nach dessen Auslieferung, um Fehler zu beheben, Performanz oder andere Attribute zu verbessern oder Anpassungen an die veränderte Umgebung vorzunehmen.“

So werden dem Begriff grundsätzlich zwei Bedeutungen zugeschrieben:

  1. Nachträgliche Fehlerbehebung: Softwareprodukte müssen aufgrund ihrer Fehlerhaftigkeit und Unzuverlässigkeit im Laufe der Zeit regelmäßig korrigiert werden. Dieser Vorgang wird beschönigend als Softwarewartung bezeichnet.
  2. Nachträgliche Änderungen: Im Laufe der Zeit können sowohl eine veränderte Umgebung als auch geänderte Anforderungen dazu führen, dass nachträgliche Anpassungen erforderlich werden. Diese Art der Softwarewartung wird auch als Softwarepflege bezeichnet.

Darüber hinaus wird die Softwarewartung in vier Kategorien unterteilt:

  • korrektive Wartung
  • präventive Wartung
  • perfektionierende Wartung
  • adaptive Wartung

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Warum ist die Softwarepflege wichtig?

Irrtümlicherweise gehen viele Menschen davon aus, dass es mit der einmaligen Installation und Einrichtung einer Software getan ist. Jedoch ist die Wartung durch den Hersteller oder einen Experten ein essenzieller Bestandteil für die Instandhaltung der gesamten IT-Infrastruktur.

Jedoch verändert sich die technische Umgebung im Bereich der Software stetig, sodass dahingehende Anpassungen im Laufe der Zeit erforderlich werden. So nutzen viele Unternehmen bestimmte Programme und Tools, die nicht direkt mit der Software in Verbindung stehen, die aber dennoch an der Bildung der IT-Sicherheit beteiligt sind. Durch die Software-Wartung können mögliche Auswirkungen auf die Software sowie etwaige Fehler schnellstmöglich erkannt und behoben werden.

Darüber hinaus spielt die Datensicherung im Rahmen der Softwarewartung ebenso eine große Rolle. Störungen, Ausfälle sowie Fehler jeglicher Art können die gespeicherten Daten des Unternehmens gefährden. Durch die regelmäßige Pflege in Form von Wartungen wird solchen Umständen vorgebeugt. So bleibt die Funktionalität der Software erhalten, ebenso wie die Zuverlässigkeit, dauerhafte Verfügbarkeit und Langlebigkeit.

Ein verantwortungsvoller Wartungsaufwand trägt maßgeblich dazu bei, dass die im IT-Betrieb vorhandenen Gefahren umgangen werden. Nur so können bestehende Risiken und dadurch entstehende wirtschaftliche Nachteile langfristig vermieden werden.

Vier Arten der IT-Wartung

Wie bereits erwähnt, wird die Software-Wartung in vier verschiedene Kategorien unterteilt. Welche Art der IT-Wartung wann in Betracht kommt, hängt maßgeblich von den Umständen, den unterschiedlichen Anlässen und Zwecken ab. Im Laufe der Zeit kann eine Software durchaus mehreren oder gar allen Formen der Softwarewartung unterzogen werden.

Korrektive Wartung

Die korrektive Wartung – oder auch korrigierende Wartung – ist die klassische Form der Software-Wartung. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Funktionsfähigkeit der Software eingeschränkt ist, sodass diese bestimmte Fehler oder Störungen aufweist. Da sich diese weitreichend negativ auf die gesamte Funktion der Software auswirken können, ist eine schnelle Umsetzung erforderlich.

In vielen Fällen der korrektiven Software-Wartung ist eine Fernwartung ausreichend. Hierfür muss der Benutzer lediglich die entsprechenden Fehlerberichte absenden, sodass der Hersteller die entsprechenden Wartungsmaßnahmen vornehmen kann. Idealerweise sollte das Unternehmen die Störungen vor den Kunden bemerken, sodass diese stets zuverlässig und unbemerkt behoben werden können.

Präventive Wartung

Bei der präventiven – oder vorbeugenden Wartung – handelt es sich um eine Art der Softwarewartung, die den Blick auf die Zukunft richtet. In diesem Fall sollen keine bestehenden Fehler behoben, sondern vielmehr vorsorglich verhindert werden, sodass die Software möglichst lange einwandfrei funktioniert.

Zur präventiven IT-Wartung gehören unter anderem die Durchführung von Upgrades, Anpassungen, erforderlichen Änderungen und Adaptionen. Außerdem können in diesem Zuge kleine Fehler korrigiert werden, sodass sich diese nicht zu größeren, effektiven Problemen entwickeln.

Infografik Präventive Wartung

Perfektionierende Wartung

Nach der erstmaligen Auslieferung einer Software tauchen im Rahmen der Nutzung immer wieder Denkanstöße auf, die zur Verbesserung des Softwareprodukts beitragen. So wünschen sich Nutzer gegebenenfalls weitere Funktionen oder haben besondere Anforderungen, die die Software zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht erfüllt. Um die Attribute zu verbessern, kommt die perfektionierende Wartung zum Einsatz.

Das Ziel dieser Form der IT-Wartung ist eine Anpassung der Software an die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen der Benutzer. So können bei Bedarf bestimmte Funktionen entfernt und andere wiederum hinzugefügt werden, die die Arbeit im Unternehmen erleichtern und effektiver gestalten.

Adaptive Wartung

Die adaptive Softwarewartung befasst sich mit den veränderten Netzwerktechniken sowie den geltenden Richtlinien und Vorschriften der Software.

Kommt es zu Änderungen in Bezug auf das unternehmensinterne Betriebssystem, die Hardware oder die Speicherung von Daten, muss die Software in der Regel an die neuen Anforderungen angepasst werden, sodass diese weiterhin fehlerfrei ausgeführt werden kann.

Softwarewartung als dynamischer Prozess

Eine moderne Software ist ein dynamisches Produkt, da es sich durch die langjährige Anwendung und den ständigen technologischen sowie gesellschaftlichen Wandel stets in Bewegung befindet. Aus diesem Grund muss auch die entsprechende regelmäßige Wartung der Software nicht als Nice-to-have, sondern als unumgänglicher, essenzieller und dynamischer Prozess angesehen werden.

Eine Softwarewartung ist in keinem Fall zweitrangig, denn ohne sie würde es langfristig unweigerlich zu massiven Fehlern hinsichtlich der Funktionalität sowie einer stark verminderten Performanz kommen.

Die Pflege jeglicher IT-Lösungen und Softwareprodukte ist maßgeblich, denn letztendlich hängt auch der Erfolg eines Unternehmens von der Funktionsfähigkeit der IT-Infrastruktur ab. Aus diesem Grund muss man sich als Unternehmen stets darauf verlassen können, dass die verwendete Software immer rechts- und prüfsicher ist. Die meisten Programme leben heutzutage von der Wartbarkeit, sodass sie stets mit technischen Neuerungen und Systemen kompatibel bleiben.

Die ideale Software wächst mit den sich kontinuierlich entwickelnden Anforderungen mit, weshalb die regelmäßige Wartung als dynamischer Prozess eine fundamentale Rolle spielt.

Der gesamte Prozess der Softwarewartung besteht in der Regel aus vier Schritten.

Schritt 1: Analyse der IT-Infrastruktur

Im ersten Schritt der Softwarewartung wird die IT-Infrastruktur des Unternehmens eingehend analysiert. Die Analyse bildet die Basis der Wartung, da im Rahmen dieser Maßnahme potenzielle Änderungen und neue Funktionen sowie der Umfang der durchzuführenden Aktionen und Anpassungen bestimmt werden.

Anschließend wird der geschätzte Wartungsaufwand in Ziffern umgewandelt, um ihn mit den aktuell verfügbaren Ressourcen des Unternehmens abzugleichen. Das betrifft zum Beispiel IT-Spezialisten sowie Tools.

Nur so kann auf einen Blick festgestellt werden, ob die erforderlichen Ressourcen zur Ausführung der geplanten Tätigkeiten bereits intern verfügbar sind oder die Pflege der Software an einen externen Experten ausgelagert werden muss.

Die Inhouse-Analyse der IT-Infrastruktur dauert in der Regel eine Woche. Wird die Wartung an einen externen Dienstleister ausgelagert, beträgt die Dauer des ersten Schrittes anschließend rund zwei bis vier Wochen.

Schritt 2: Prozessauswahl

Umfang und Aufwand der Software-Wartung sind maßgeblich davon abhängig, welche Tätigkeiten erforderlich sind. Grundsätzlich wird die Wartung im zweiten Schritt daher in zwei Kategorien unterteilt:

  1. Reaktive Softwarewartung (auf Anfrage): Sowohl die korrektive als auch die adaptive Form der Softwarewartung gelten als sogenannte reaktive Maßnahmen. Im Rahmen dieser Wartungsart werden bereits bestehende Fehler auf Anfrage behoben.Dieser Vorgang beinhaltet zum Beispiel die Behebung von Nutzungsproblemen, die Software-Integration oder Erweiterung der Software, Probleme mit der IT-Sicherheit, Performanz oder Konfiguration sowie Komplikationen auf der Code- und Datenbankebene.
  2. Proaktive Softwarepflege (kontinuierlich):Die präventive und perfektionierende Wartung der Software dient der Prophylaxe, um zukünftige Fehler weitestgehend auszuschließen.Im Rahmen der proaktiven Pflege werden unter anderem Attribute wie Verfügbarkeit, Sicherheit, Kontrolle und Performanz kontrolliert, die Software dauerhaft überwacht und verwaltet sowie sogenannte QS-Aktivitäten durchgeführt und die Infrastruktur optimiert. Letzteres erfolgt beispielsweise durch die Verbesserung des Verbrauchs der Cloud-Ressourcen.

Innerhalb der Prozessauswahl werden unter anderem folgende KPIs für die Softwarewartungs-Aktivitäten ermittelt und definiert, damit genau bestimmt werden kann, welche Wartungsmaßnahmen erforderlich sind:

  • Anzahl dringender Änderungen
  • Anzahl der bereits vorgenommenen Änderungen und Updates
  • Anzahl der vorzunehmenden Änderungen und Updates während eines Sprints
  • erforderliche Änderungszeit
  • Bewertung der Zufriedenheit der Anwender
  • Verfügbarkeit der Software
  • Anzahl und Dauer der Ausfallzeiten
  • Anzahl der Tickets
  • Zeitfenster bis zur ersten Rückmeldung/Antwort
  • Lösungszeit

Der gesamte Designvorgang des Prozesses beansprucht in der Regel rund vier Wochen.

Schritt 3: Implementierung

Im dritten und vorletzten Schritt der dynamischen Softwarewartung erfolgt die sogenannte Implementierung.

Zunächst muss jedoch erörtert werden, welches Sourcing-Geschäftsmodell gewählt werden soll. Zum einen gibt es die Inhouse-Softwarepflege, zum anderen steht jedoch auch das Outsourcing der Softwarepflege zur Verfügung.

  1. Inhouse-Softwarewartung Für die interne Pflege der Software muss zunächst entsprechendes Personal eingestellt und geschult werden. Die Dauer der Einstellung und Schulung beträgt etwa vier bis acht Wochen. Anschließend müssen entsprechende Tools ausgewählt und angepasst werden. Diese richten sich nach dem Aufwand der durchzuführenden Aufgaben, den ermittelten KPIs sowie einigen weiteren Faktoren. In der Regel beinhaltet das bereitgestellte Tool-Set für die Softwarewartung unterschiedliche Werkzeuge, wie eine Backup-Software, eine Performance- und Sicherheitsüberwachung und andere individuell angepasste Tools.Die Implementierung der Inhouse-Wartung nimmt meist eine Zeit von etwa ein bis vier Wochen in Anspruch
  2. Outsourcing der Softwarewartung Soll die Pflege der Software an einen externen Experten übergeben werden, muss zunächst ein idealer Dienstleister gewählt werden. Dieser Prozess kann bis zu 12 Wochen dauern. Um den richtigen IT-Dienstleister zu finden, sollte man einige Maßnahmen berücksichtigen:
    • Überprüfen des gesamten Leistungsangebotes des Software-Herstellers
    • Auswahl mehrerer Unternehmen anhand verschiedener Kriterien: Vorhandensein von wichtigen Zertifizierungen, Umsetzung von DevOps- und ITSM-Praktiken, etc.
    • Vorbereitung und Versendung eines Request for Proposal (RFP) mit allen Anforderungen
    • Vergleichen von Angeboten, um den bestmöglichen IT-Dienstleister auszuwählen

Schritt 4: Durchführung

Im vierten und letzten Schritt geht es um die tatsächliche Umsetzung der Softwarewartung. Bevor dieser Prozess jedoch gestartet werden kann, muss der exakte Zeitraum des Service festgelegt werden (z. B. 8/5, 12/5, 25/5, 24/7). Darüber hinaus sollten im Rahmen der präventiven Wartung regelmäßige Zeitfenster eingeplant werden, in denen Ausfallzeiten problemlos stattfinden können.

Die Durchführung der Wartung beinhaltet zudem einen Akzeptanztest, in dem getestet wird, ob jegliche Anwender mit den Änderungen zurechtkommen. Erst, wenn die Software vollständig aktualisiert ist, erreicht die Änderung den Kunden.

Kosten der Softwarepflege

Viele Unternehmen schrecken von den hohen Wartungskosten zurück. Jedoch handelt es sich hierbei um überaus sinnvoll investierte IT-Kosten.

In der Regel machen die Kosten der Softwarepflege rund 10 bis 25 Prozent der Lizenzkosten aus. Je älter die Software oder umfangreicher die Wartung ist, desto höhere Kosten kommen auf einen zu. Für eine langfristige Unterstützung sollte man jedoch auf eine qualitativ hochwertige und leistungsstarke Wartung setzen, statt hieran zu sparen.

Wartungsverträge

Ein Wartungsvertrag eignet sich für jedes Unternehmen, welches von dem langfristigen Support durch einen externen IT-Experten profitieren möchte. Besonders dann, wenn es sich um eine unternehmenskritische Software handelt, bietet die Softwarewartung im Rahmen eines Wartungsvertrages eine hohe Investitionssicherheit. Je nach vereinbartem Service-Level bewegen sich die jährlichen Kosten üblicherweise zwischen 15 und 40 Prozent der Softwarekosten.

Wartung selbst durchführen

Viele Anwender unterschätzen die Wichtigkeit einer stetigen Softwarepflege und verzichten auf einen entsprechenden Wartungsvertrag.

Jedoch ist die eigenständige Durchführung einer Softwarewartung mit vielen Risiken verbunden, da meist die technische Expertise fehlt. So können Laien kaum erkennen, welche Fehler die Software verursacht. Von einer Softwarewartung in Eigenregie ohne fremde Hilfe durch einen Experten ist daher unbedingt abzuraten.

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